Vor allem durch den niedrigen Anschaffungspreis hat sich das Fahrrad im 20. Jahrhundert zum ersten massentauglichen Verkehrsmittel entwickelt. Dazu trug maßgeblich die vorangegangene Industrialisierung bei, da Arbeiterinnen und Arbeiter immer längere Wege zum Arbeitsplatz zurücklegten. In Folge der Urbanisierung konzentrierte sich das bürgerliche Leben in den Städten, so war es Menschen auf dem Land nun möglich diese auf schnelle und wirtschaftliche Art zu besuchen. Durch die fortschreitend beliebte Reisetätigkeit der Bürger zu dieser Zeit spielte das Fahrrad auch hier eine Rolle, insbesondere für Leute, die sich keine teure Reise mit der Eisenbahn leisten konnten. 1938 gab es bereits über 10.000 markierte Radwege in Deutschland.

Ab den 1960er Jahren wurde das Fahrrad zunächst von motorisierten Fahrzeugen verdrängt, zumindest in der westlichen Welt. Erst nach den Ölkrisen in den 70ern gelangte das Fahrrad wieder an Bedeutung, nicht zuletzt durch die im Jahrzehnt zuvor aktiven Umweltbewegungen. Vor allem im städtischen Nahverkehr erfreut sich der sogenannte Drahtesel heute immer noch größter Beliebtheit. So kam es dazu, dass von den Kommunen Stellplätze in Zentren und vor wichtigen Gebäuden errichtet worden. Zahlreiche Vermieter bieten zudem eine separate Fahrrad Garage an.

Fahrrad fahren in der heutigen Zeit

Heute ist das Fahrrad ebenso ein Nahverkehrsmittel, dass aber hauptsächlich für sportliche Betätigung dient. Dazu kamen verschiedene Arten von Rädern auf dem Markt, wie Renn-, Trekkingräder und Mountainbikes. In vielen Städten gibt es mittlerweile sogar Leihradsysteme, bei denen man sich an wichtigen Orten ein Rad für eine bestimmte Zeit gegen Entgelt mietet und es später an einer anderen Station wieder abgibt. Zudem gibt es zahlreiche Regionen mit einem sehr gut ausgebauten Radwegnetz, dabei sind insbesondere die deutsche Stadt Münster, das dänische Kopenhagen und die Niederlande mit den deutschen und belgischen Grenzgebieten zu nennen.